Ehrenpräsidentschaft für Brigadier i.R. Norbert Fürstenhofer – Auszeichnung für strategische Pionierarbeit

Eine Ehrung mit Substanz

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Brigadier i.R. Norbert Fürstenhofer in Abwesenheit die Ehrenpräsidentschaft des Zentrums für Risiko- und Krisenmanagement verliehen. Die Auszeichnung folgt keiner formalen Routine, sondern ist Ausdruck einer Entwicklung, die das ZRK inhaltlich und strukturell erst möglich gemacht hat.

Die Einführung durch Manfred Oschounig zeichnete bereits ein klares Bild: Es geht um Persönlichkeiten, die nicht auf bestehende Antworten warten, sondern die Fragen stellen, bevor sie allgemein sichtbar werden. Menschen, die Vertrauen, Zusammenarbeit und Wirkung nicht als Schlagworte verstehen, sondern als gelebte Praxis.

Aufbauarbeit mit langfristiger Wirkung

In der Laudatio machte Johannes Göllner deutlich, dass Fürstenhofer über Jahrzehnte hinweg eine prägende Rolle im österreichischen Bundesheer und darüber hinaus gespielt hat. Sein Schwerpunkt lag insbesondere im Aufbau und in der Weiterentwicklung der ABC-Abwehr.

Dabei ging es nicht nur um militärische Strukturen, sondern um Innovation. Bereits in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren wurden Themen integriert, die heute als selbstverständlich gelten. Dazu zählten interdisziplinäre Ausbildung, internationale Zusammenarbeit und ein Verständnis von Risiko, das weit über klassische Sicherheitslogik hinausgeht.

Ein zentrales Beispiel ist das gemeinsam entwickelte Ausbildungsprogramm im Bereich Umweltgefahren und Katastrophenmanagement. Dieses Programm war seiner Zeit deutlich voraus und verband operative Praxis mit strategischem Denken. Es integrierte bereits früh Aspekte wie IT-Sicherheit, Finanzsysteme und globale Zusammenhänge in die Ausbildung.

Exzellenz statt Formalismus

Auffällig ist die konsequente Ausrichtung auf Leistung und Qualität. Die beschriebenen Ausbildungsformate waren keine akademischen Formalprogramme, sondern bewusst auf Exzellenz ausgelegt. Intensive Arbeitsphasen, realitätsnahe Szenarien und klare Leistungsanforderungen prägten den Ansatz.

Diese Haltung zieht sich durch die gesamte Laufbahn. Innovation wurde nicht verwaltet, sondern aktiv eingefordert. Gleichzeitig wurde bewusst Raum geschaffen, damit jüngere Generationen Verantwortung übernehmen und sich entwickeln konnten.

Die Geburtsstunde des ZRK

Nach dem Ende institutioneller Ausbildungsformate entstand aus dieser Arbeit heraus eine neue Struktur. Gemeinsam mit weiteren Beteiligten wurde das Zentrum für Risiko- und Krisenmanagement gegründet.

Das ZRK ist damit kein Zufallsprodukt, sondern die direkte Fortsetzung eines Denkansatzes, der bereits zuvor etabliert wurde. Themen wie kritische Infrastrukturen, Lieferkettenanalysen oder All-Hazard-Ansätze wurden hier weitergeführt und ausgebaut.

Die Organisation entwickelte sich zunächst bewusst im Hintergrund, ohne öffentliche Sichtbarkeit. Erst Jahre später trat sie stärker in Erscheinung. Diese Entwicklung unterstreicht den strategischen Charakter der Arbeit.

Standardisierung als Fundament

Ein weiterer wesentlicher Beitrag liegt in der Mitgestaltung von Standards. Bereits Anfang der 2000er-Jahre wurde die Standardisierung im Bereich Risiko-, Sicherheits- und Krisenmanagement aktiv vorangetrieben.

Dabei entstand eines der ersten entsprechenden Normungskomitees innerhalb der Europäischen Union. Die Arbeit an internationalen Standards zeigt, dass der Einfluss weit über nationale Strukturen hinausging.

Diese Standardisierung bildet bis heute die Grundlage für viele operative und strategische Ansätze im Umgang mit Risiken.

Führung durch Vertrauen und Anspruch

Die Laudatio zeichnet auch ein persönliches Bild. Fürstenhofer wird als fordernde, aber zugleich fördernde Führungspersönlichkeit beschrieben. Leistung wurde erwartet, gleichzeitig aber auch ermöglicht.

Zentral ist dabei ein Prinzip, das sich durch viele Beiträge der Veranstaltung zieht: Stärke entsteht nicht primär durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen und Verantwortung. Dieses Verständnis spiegelt sich sowohl in der Ausbildung als auch im Aufbau von Organisationen wider.

Würdigung in Abwesenheit

Aufgrund einer aktuellen Erkrankung konnte die Auszeichnung nicht persönlich entgegengenommen werden. Die offizielle Übergabe erfolgt im Anschluss im persönlichen Rahmen.

Gerade diese Situation verleiht der Ehrung zusätzliche Bedeutung. Sie ist nicht an einen Moment gebunden, sondern an eine Lebensleistung.

v.l.n.r.: Präsident Wolfgang Reisinger, Vorstandsvorsitzender Johannes Göllner, Vize-Präsident Albrecht Broemme
v.l.n.r.: Präsident Wolfgang Reisinger, Vorstandsvorsitzender Johannes Göllner, Vize-Präsident Albrecht Broemme

Fazit: Resilienz als Lebenswerk

Die Verleihung der Ehrenpräsidentschaft ist mehr als eine formale Anerkennung. Sie macht sichtbar, dass Resilienz nicht kurzfristig entsteht, sondern das Ergebnis langfristiger Arbeit ist.

Strategisches Denken, interdisziplinäre Ausbildung und konsequente Umsetzung bilden dabei die Grundlage. Das ZRK selbst ist ein direktes Resultat dieser Entwicklung.

Die Ehrung steht damit exemplarisch für das, was auch in den inhaltlichen Beiträgen der Veranstaltung deutlich wurde: Resilienz beginnt nicht im Ereignisfall, sondern lange davor – in den Entscheidungen, die Strukturen und Kompetenzen überhaupt erst ermöglichen.